Strategie steht – Transformation kommt sukzessive voran
Das vergangene Geschäftsjahr war geprägt von einer umfassenden Strategieentwicklung und Klärung des Leistungsauftrags des Kantonsspital Glarus (KSGL). Dessen Notwendigkeit als Kompetenzzentrum für die medizinische Grundversorgung ist unbestritten – die entsprechenden Mittel seitens Kantons sind für die nächsten Jahre langfristig gesichert. Gleichzeitig bleibt die finanzielle Lage angespannt. Das umfassende Sanierungspaket geriet durch einen unerwarteten Fallzahlenrückgang ins Stocken. Das geplante Wachstum im stationären wie ambulanten Bereich blieb deshalb aus. Daraus resultiert ein Minus von 3.7 Millionen Franken im Jahr 2025. Gleichzeitig ist die Eigenfinanzierungsquote mit rund 77 Prozent weiterhin überdurchschnittlich hoch.
Wirtschaftliche Gesundung vorübergehend gebremst
Das bereits seit über zwei Jahren laufende Sanierungsprogramm für das Kantonsspital Glarus zeigt dank dem engagierten Einsatz aller Mitarbeitenden positive Effekte. So konnte dank einem gezielten, flexibleren Personaleinsatz der Aufwand weiter optimiert werden. Die Gesundung des KSGL kam durch einen markanten, untypischen Rückgang der Fallzahlen anfangs zweites Quartal 2025 ins Stocken – er betraf sowohl stationäre wie ambulante Fälle. «Binnen weniger Wochen haben wir eine gute Million an Einnahmen verloren. Diesen vorübergehenden Einbruch konnten wir trotz raschem Reagieren der Geschäftsleitung bis Ende Jahr nicht mehr auffangen. Dies bedauern wir sehr, zumal sich unsere Mitarbeitenden dankenswerterweise erneut enorm anstrengten, damit das Spital wieder in die schwarzen Zahlen zurückkehrt», berichtet Dr. Arnold Bachmann, Verwaltungsratspräsident des KSGL. In der Summe resultiert für 2025 zwar noch ein positives Betriebsergebnis von CHF 455‘096 (0.5 %) EBITDA, nach Abschreibungen und Zinsen aber ein Defizit von 3.7 Millionen Franken. Das für 2027 vorgesehene Erreichen einer «Schwarzen Null» bleibt das zentrale Anliegen der gesamten Führungscrew.
Kanton bestätigt: Strategie stimmt
Voraussetzung für diesen verhalten optimistischen Blick in die Zukunft ist der Umstand, dass die Langfriststrategie bis zum Jahre 2030 von allen zuständigen Gremien verabschiedet wurde. Sie umfasst fünf Dimensionen und dient als Handlungsrahmen für die laufende Transformation. Zentraler Erfolgsgarant ist ein klares Commitment des Kantons Glarus als Eigner des Spitals. Die Regierung hat – trotz anhaltenden Sparmassnahmen im kantonalen Finanzhaushalt – einer Erhöhung der Gemeinwirtschaftlichen Leistungen an das Spital um 630’000 Franken (+15 Prozent pro Jahr) für die nächsten sechs Jahre zugestimmt. Zudem sind die Plätze auf der Spitalliste für diese Periode gesichert. Gleichzeitig konnten erhebliche Tarifanpassungen mit praktisch allen Partnern erreicht werden, was zur Stabilisierung der Einnahmen beiträgt. Auch der Ausbau der strategischen Kooperationen bei diversen medizinischen Leistungen – namentlich mit dem Kantonsspital Graubünden (KSGR) – zahlt sich aus.
Wechsel in der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat
Die bisherige CEO Stephanie Hackethal hat das Spital per anfangs 2026 verlassen, um eine neue Herausforderung als CEO der Frutigen-Meiringen-Interlaken FMI Spital AG anzutreten. Ihr Nachfolger Alexander Penssler ist seit gut 100 Tagen im Amt. Er führt die eingeleitete Transformationsstrategie seiner Vorgängerin konsequent weiter. Gleichzeitig ist mit Riccarda Nachbur-Greco eine neue HR-Leitung seit Oktober 2025 im Einsatz. Im Verwaltungsrat kam es zu zwei neuen Besetzungen mit Rafaela Pleisch und Andrea Rytz. Das langjährige VR-Mitglied Susanne Jenny Wiederkehr stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl.
Psychiatrische Dienste Glarus: ein Jahr am Start
Die vor einem Jahr gestarteten Psychiatrischen Dienste Glarus PDGL, an denen das KSGL mit einem Drittel beteiligt ist, sind erfolgreich gestartet. Das Angebot, das zusammen mit den Psychiatrischen Diensten Graubünden (PDGR) und der Beratungs- und Therapiestelle Glarnerland (BTG) umgesetzt wird, stiess auf ein erfreuliches Echo und garantiert eine ganzheitliche, niederschwellige ambulante und stationäre Versorgung von psychiatrischen Patientinnen und Patienten im Kanton selbst. Neu vertritt CEO Alexander Penssler die Interessen des KSGL im Verwaltungsrat der PDGL.
Silberstreifen am Horizont
Das wirtschaftliche Umfeld im Schweizer Spitalwesen bleibt für alle Akteure anspruchsvoll. Der Start ins Jahr 2026 ist im KSGL jedoch erfreulich verlaufen. Die Auslastung entspricht den Erwartungen, es ist eine Steigerung der Fallzahlen zu verzeichnen. Der Weg bis zur angestrebten EBITDA-Zielmarge von 8 Prozent bleibt herausfordernd. «Im Jahr 2026 wollen wir das integrale Kapazitätenmanagement vorantreiben, um unsere personellen und räumlichen Ressourcen noch optimaler zu nutzen und die Auslastung weiter zu optimieren. Weiter hat die Einführung von Tardoc einen erheblichen Effekt auf die ambulanten Erlöse, hier legen wir einen Fokus auf die Leistungserfassung und Fakturierungsprozesse. Gleichzeitig arbeiten wir voller Energie an unserer Unternehmenskultur und der Zusammenarbeit aller Berufsgruppen», erklärt CEO Alexander Penssler.
Geschäftsbericht 2025
Der Geschäftsbericht des KSGL 2025 ist wiederum in digitaler Form verfügbar. Er enthält die wichtigsten Kennzahlen und beleuchtet Höhepunkte im und ums KSGL im vergangenen Geschäftsjahr: