Das Haus 1 wird zur Grosstierklinik
Die Psychiatrischen Dienste Glarus AG werden das psychiatrische Angebot neu ausserhalb des Areals des Kantonsspitals Glarus anbieten. Aufgrund dieses Entscheides und im Zuge der umfassenden Umstrukturierung im Rahmen der Ein-Bettenhausstrategie wird das Haus 1 neu als Grosstierklinik vermietet. Nach dem Wegzug von ZurzachCare entstehen mit der Vermietung der Räumlichkeiten wichtige Mieteinnahmen für das KSGL.
Ein-Bettenhausstrategie bleibt im Fokus
Mit dem Entscheid zur Ein-Bettenhausstrategie setzten Verwaltungsrat und Geschäftsleitung des KSGL im vergangenen Jahr ein klares Zeichen für eine zeitgemässe medizinische, interdisziplinäre Versorgung aller Patientinnen und Patienten und stärken damit auch die wirtschaftliche Basis des Spitals. Das Konzept sieht vor, dass sämtliche medizinischen Bettenstationen und ein Grossteil der medizinischen Ambulatorien unter einem Dach im Haus 4 untergebracht sind. Die entsprechenden Umbauarbeiten sind bereits angelaufen. Mit diesem strategischen Entscheid hat sich das KSGL bewusst gegen Vierbettzimmer und für Zwei- beziehungsweise Einbettzimmer entschieden. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass dieses moderne Set-Up den Genesungsprozess positiv unterstützt und die Patientenzufriedenheit erhöht. Diese Strategie bleibt weiterhin ein zentrales Ziel des KSGL, auch wenn das freiwerdende Haus 1 nun nicht mehr der ursprünglichen Bestimmung des psychiatrischen Angebots für den Kanton Glarus dienen wird. Der Verwaltungsrat der neu gegründeten PDGL hat sich entgegen der ursprünglichen Absichtserklärung entschieden, das psychiatrische Angebot ausserhalb des KSGL Campus umzusetzen. Verwaltungsratspräsident Josef Müller spricht hier neu von einer klaren Trennung der Akutmedizin von der Psychiatrischen Versorgung.
Durch den Umzug der medizinischen Bettenstationen und der Ambulatorien sowie des gesamten Bereichs Therapien (inkl. Trainingscenter SanaTrain) wird das gesamte Haus 1 frei. Sobald die notwendigen Baubewilligungen vorliegen, wird das Untergeschoss Haus 1 in Stallungen und Behandlungsräume für Pferde und grössere und kleinere Nutztiere umgebaut. Der Entscheid, ob das Therapiebad künftig für tiertherapeutische Behandlungen genutzt werden kann, ist aufgrund der aktuell laufenden Verhandlungen mit dem privaten Investor des Zentrums für Klinische Tiermedizin der Freien Universität Berlin noch nicht gefällt.
Grosstierklinik als neue Option
Die Umnutzung von Haus 1 als Grosstierklinik stellt eine überraschende, aber durchdachte Entscheidung der Geschäftsleitung des KSGL dar. «Die Nachfrage nach spezialisierten veterinärmedizinischen Leistungen, insbesondere in der Behandlung von Grosstieren, hat in den letzten Jahren in Glarus deutlich zugenommen», erklärt Stephanie Hackethal, CEO des KSGL. «Mit der Umnutzung von Haus 1 schaffen wir nicht nur eine notwendige Infrastruktur für die Veterinärmedizin, sondern stärken auch die Bedeutung unseres Spitals als regionale Anlaufstelle für Tiermedizin.»
Die neue Grosstierklinik wird nicht nur auf die Bedürfnisse der lokalen Landwirtschaft eingehen, sondern auch spezialisierte tiermedizinische Behandlungen für Pferde, Rinder und andere Nutztiere anbieten. Durch die Nähe zum Spital und den spezialisierten Fachkräften wird es möglich sein, eine hochwertige Versorgung für Tiere anzubieten und gleichzeitig die wissenschaftliche Forschung und Lehre in diesem Bereich zu fördern. Die Grosstierklinik hat zudem die Möglichkeit, Synergien in der Infrastruktur zu nutzen. So kann beispielsweise der aktuell als Lager genutzte OP-Saal 4 wieder als Operationsbereich für Tiere aktiviert und auch die Sterilisationseinheit effizienter eingesetzt werden. Selbstverständlich müssen dafür separate Zugänge gewährleistet sein. Denkbar ist auch, dass in bestimmten Fällen das Anästhesiefachpersonal Unterstützung bei komplexen Narkosen von Tieren leisten kann.
Fazit: Flexibilität und Innovation im Gesundheitswesen
Die Entscheidung, das Haus 1 für die Grosstierklinik umzunutzen, zeigt eine bemerkenswerte Flexibilität und Innovationsbereitschaft des Kantonsspitals. Während die Ein-Bettenhausstrategie weiterhin als ein zentrales Projekt verfolgt wird, wird durch die Schaffung einer modernen Tierklinik ein weiteres wichtiges Standbein der medizinischen Versorgung in Glarus gestärkt. Die Verantwortlichen sehen diesen Schritt als eine kluge Nutzung von Ressourcen, die sowohl der Region als auch den Patienten und Tieren zugutekommen wird.
Das KSGL wird auch weiterhin bestrebt sein, seine Position als führendes Gesundheitszentrum im Kanton zu festigen, und dabei die Bedürfnisse von Mensch und Tier in den Fokus zu rücken. Die kommenden Monate und Jahre dürften zeigen, wie sich die beiden Konzepte – die Ein-Bettenhausstrategie und die Grosstierklinik – erfolgreich miteinander vereinen lassen.
